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REACH-konforme Formaldehydprüfung: Schritte für Hersteller

Von Referenzmessungen bis zur werkseigenen Produktionskontrolle – so stellen Sie sicher, dass Ihre Produkte die gesetzlichen Grenzwerte einhalten.

Die neuen, branchenübergreifenden Formaldehydgrenzwerte unter REACH führen in vielen Industrien erstmals dazu, dass konkrete Prüfprozesse definiert und implementiert werden müssen. Während entsprechende Abläufe in der Holzwerkstoffindustrie seit Jahren etabliert sind, müssen andere Branchen diese Strukturen nun zuverlässig adaptieren.  In diesem Abschnitt geben wir einen kompakten Überblick über die notwendigen Schritte – von der Auswahl geeigneter Prüfmethoden bis zur Durchführung belastbarer Referenzmessungen. Eine ausführlichere Beschreibung der relevanten Prüfnormen finden Sie im Insight-Artikel [Prüfverfahren und Normen für die REACH-konforme Formaldehydprüfung].

1. Referenzbasis schaffen

REACH definiert seine Emissionsgrenzwerte auf Grundlage von Messungen in genau spezifizierten Referenzprüfkammern. Diese Referenzmessungen sind der zentrale Ausgangspunkt jeder REACH‑konformen Prüfstrategie. Die Prüfungen erfolgen in normierten Prüfkammern und dauern – abhängig vom Verfahren – typischerweise 10 bis 28 Tage. Besonders häufig wird dabei EN 717‑1 eingesetzt, wobei je nach Produktgruppe auch andere Verfahren wie etwa EN 16516 angewendet werden können.

Unternehmen haben zwei Möglichkeiten, diese Messungen umzusetzen:

  • Betrieb eigener Referenzprüfkammern
  • Zusammenarbeit mit akkreditierten Prüflaboren

Gerade für Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit solchen Prüfungen haben, ist der Austausch mit einem etablierten Labor oft ein guter Einstieg. Die dort ermittelten Referenzwerte sind rechtlich verbindlich und dienen als Grundlage für alle weiteren Prüf- und Kontrollschritte.

Glaskolben von Hand mit blauem Handschuh gehalten
GreCon GASANALYSER MC

2. Schnellmethoden auswählen und korrelieren

Referenzprüfkammern liefern die rechtlich maßgeblichen Emissionswerte – sind jedoch aufgrund langer Prüfzeiten und hoher apparativer Anforderungen für den Produktionsalltag nur bedingt geeignet. Deshalb kommen in der werkseigenen Produktionskontrolle schnellere, technisch weniger aufwendige Verfahren zum Einsatz.

Für die werkseigene Produktionskontrolle geeignete Methoden sind beispielsweise:

  • ISO 12460-3:2023 (Gasanalysemethode)
  • ISO 12460-2:2024 (Kleinkammermethode)

Da diese abgeleiteten Verfahren andere Messbedingungen nutzen, sind ihre Ergebnisse nicht direkt mit Referenzprüfungen vergleichbar. Um dennoch mit ihnen arbeiten zu können, müssen die Messwerte der Schnellmethode mit den Ergebnissen der zugehörigen Referenzkammer korreliert werden. Üblicherweise erfolgt dies anhand von etwa fünf Proben je Materialgruppe. Die daraus abgeleitete Umrechnungsbeziehung kann anschließend für die regelmäßigen Routineprüfungen genutzt werden.

Nur eine sorgfältig durchgeführte Korrelation stellt sicher, dass die Schnellmethode die tatsächliche Einhaltung der REACH‑Grenzwerte zuverlässig abbildet.

Technische Umsetzung im Labor

Für eine normgerechte werkseigene Produktionskontrolle benötigen Unternehmen Messsysteme, die Verfahren wie ISO 12460‑3:2023 oder ISO 12460‑2:2024 reproduzierbar und präzise abbilden. Fagus‑GreCon bietet dafür praxiserprobte Lösungen, die speziell auf die Anforderungen von Routineprüfungen und REACH‑konformen Abläufen ausgelegt sind.

  • GASANALYSER (GA) und GASANALYSER SL (GASL)

Diese Systeme unterstützen Messungen nach ISO 12460‑3 und sind international anerkannt, u. a. durch CARB (GA und GASL) und EPA TSCA Title VI (GA). Sie sind besonders geeignet für robuste, wiederholgenaue Routinemessungen im Werkslabor und bieten damit eine solide Grundlage für REACH‑konforme Kontrollprozesse.

  • GASANALYSER MC

Der GASANALYSER MC arbeitet nach ISO 12460‑2:2024 (CARB‑anerkannt) und verwendet Lasertechnologie, um innerhalb von rund 15 Minuten präzise Emissionswerte zu bestimmen. Das macht ihn ideal für Labore mit hohem Probendurchsatz und engen Prüfintervallen und ermöglicht eine sehr engmaschige Produktionsüberwachung. 

Alle genannten Systeme ermöglichen eine verlässliche und reproduzierbare Qualitätskontrolle im eigenen Betrieb – sowohl im Kontext von REACH als auch für allgemeine Anforderungen an die Emissionsüberwachung. 

Praxisrelevanz für Hersteller

Systeme mit automatisierten Abläufen und reproduzierbarer Messtechnik erleichtern diese Korrelation erheblich. Sie schaffen eine verlässliche Datengrundlage, auf der Vergleichsmessungen systematisch durchgeführt und dokumentiert werden können.

Korrelation sauber aufsetzen?

Wir unterstützen Sie dabei!Gemeinsam definieren wir Vorgehen, Probenlogik und Dokumentation, damit Routinemessungen REACH-konform aussagekräftig bleiben.

3. Routinen etablieren

Damit Schnellmethoden langfristig verlässliche und vergleichbare Ergebnisse liefern, benötigen sie klar definierte und konsequent eingehaltene Laborroutinen. Vier Bereiche sind dabei besonders wichtig:

  • Feste Prüfintervalle:

Proben sollten in klar definierten zeitlichen Abständen aus der Produktion entnommen werden. So wird verhindert, dass längere Zeiträume ohne Messdaten entstehen und potenzielle Abweichungen in der Emissionsqualität unentdeckt bleiben.

  • Einheitliche Probenentnahme:

Für reproduzierbare Messergebnisse ist es entscheidend, Proben möglichst an denselben Materialpositionen zu entnehmen, die auch für die ursprüngliche Korrelation verwendet wurden. Da Rand- und Kernbereiche teilweise unterschiedliche Emissionen aufweisen, trägt eine konsistente Entnahmestrategie maßgeblich zur Vergleichbarkeit bei. Hinweise dazu finden sich oft direkt in den jeweiligen Schnellmethoden-Normen.

  • Konsistente Konditionierung der Prüfkörper:

Temperatur, Feuchte und Lagerdauer zwischen Produktion und Prüfung beeinflussen die gemessene Emission deutlich. Die Bedingungen sollten daher möglichst konstant gehalten werden. In der Praxis hat es sich bewährt, die Proben 12–24 Stunden vor der Laborprüfung zu konditionieren – in dieser Zeit stabilisiert sich das Material chemisch und liefert üblicherweise stabilere und vergleichbarere Werte.

  • Periodische Referenzprüfungen zur Absicherung:

Zur Validierung der Laborroutine sollten in regelmäßigen Abständen wieder Referenzkammerprüfungen durchgeführt werden – beispielsweise jährlich oder immer dann, wenn neue Produkte in die bestehende Korrelation aufgenommen werden. Nur so bleibt die Aussagekraft der Schnellmethode langfristig abgesichert.

Inline-Ergänzung für maximale Prozesskontrolle

Während Laborgeräte Referenzwerte liefern, ermöglicht der GASANALYSER IL die Überwachung von Formaldehydemissionen direkt im Produktionsprozess – beispielsweise an der Absaugung einer Diagonalsäge.

Er ersetzt keine normgerechte Labormessung und besitzt keine CARB-/TSCA-Anerkennung. Seine Stärke liegt in der Echtzeitkontrolle:

  • frühzeitige Erkennung von Prozessabweichungen
  • Reduktion von Ausschuss
  • Stabilisierung von Produktionsbedingungen
  • Vermeidung von Grenzwertüberschreitungen

Damit ergänzt die Inline-Messung die Laborprüfung sinnvoll und erhöht die Prozesssicherheit.

GreCon GASANALYSER IL als Messmethode im Produktionsstrang
GreCon GASANALYSER IL als Messmethode im Produktionsstrang

4. Dokumentation sicherstellen

Eine nachvollziehbare und vollständig geführte Dokumentation ist ein zentraler Bestandteil der REACH‑Konformität. Alle im Rahmen der Emissionsprüfung erhobenen Daten müssen so erfasst sein, dass sie jederzeit geprüft und nachvollzogen werden können. Dazu gehört insbesondere, dass Messergebnisse:

  • systematisch aufgezeichnet
  • rückverfolgbar gespeichert 
  • bei Bedarf gegenüber Kunden oder Behörden vorgelegt werden können.

Automatisierte Messsysteme unterstützen diese Anforderungen wesentlich: Sie erfassen Daten strukturiert, vermeiden Übertragungsfehler und erhöhen die Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. So lässt sich jederzeit belegen, dass Produkte die geltenden Emissionsgrenzwerte zuverlässig einhalten.

REACH strukturiert und sicher umsetzen

REACH‑Konformität entsteht nicht durch eine einzelne Messung, sondern durch ein systematisch aufgebautes Zusammenspiel aus Referenzmessungen, korrelierten Schnellmethoden, klaren Prüf‑ und Produktionsroutinen sowie nachvollziehbarer Dokumentation. Erst das Zusammenspiel dieser Elemente schafft die erforderliche Sicherheit – intern wie extern.

Die tragfähige Prüfstrategie basiert auf vier Bausteinen:

  • Belastbare Referenzbasis
  • Korreliert eingesetzte Schnellmethode
  • Stabile und konsequent eingehaltene Routinen
  •  Transparente, rückverfolgbare Dokumentation

Erst wenn alle Bausteine sinnvoll zusammenspielen, entsteht eine zuverlässige und dauerhaft stabile Grundlage für die Einhaltung der REACH‑Grenzwerte. Die Systeme der GASANALYSER‑Familie unterstützen diesen Ansatz, indem sie Laborprüfungen und Inline‑Überwachung sinnvoll kombinieren.

Zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten! Unsere Messtechnikexperten beraten Sie gern über die passende Prüfstrategie für Ihren Betrieb.