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Inline-Feuchtemessung in der Holzwerkstoffproduktion: Wo sollte gemessen werden?

GreCon MOISTURECONTROL

  • Veröffentlicht 17. September 2026
Nach dem Trockner, vor der Presse oder an der fertigen Platte: Feuchte lässt sich an verschiedenen Stellen im Produktionsprozess messen. Doch nicht jede Messstelle beantwortet dieselbe Frage. Entscheidend ist, welche Information für den Prozess benötigt wird.

Die Messstelle bestimmt die Aussage

In der MDF- und Spanplattenproduktion kann die Feuchte an mehreren Stellen kontinuierlich erfasst werden. Je nach Messpunkt beschreibt der Wert jedoch einen anderen Materialzustand.

Messstelle Welche Frage wird beantwortet?
Nach dem Trockner Welchen Feuchtezustand hat das Material nach der Trocknung erreicht?
Vor der Presse Mit welchem Feuchtezustand geht das Material in den Pressprozess?
An der fertigen Platte Welchen Feuchtezustand weist das produzierte Material auf?

Damit beginnt die Auswahl einer Inline-Feuchtemessung nicht beim Sensor, sondern bei der Prozessfrage.

Eine zweite Rolle spielt das Messprinzip. MOISTURECONTROL IR misst die Feuchte berührungslos an der Materialoberfläche. MOISTURECONTROL MW arbeitet mit Mikrowellentechnologie und erfasst das Material durchdringend. Welche Technologie eingesetzt wird, hängt daher auch davon ab, welche Information am jeweiligen Messpunkt benötigt wird.

Nach dem Trockner: Ist der gewünschte Materialzustand erreicht?

Direkt nach der Trocknung zeigt die Inline-Feuchtemessung, in welchem Zustand Späne oder Fasern den Trocknungsprozess verlassen.

Besonders wichtig ist dabei der zeitliche Verlauf. Steigt oder fällt die Feuchte oder nehmen Schwankungen zu, wird die Veränderung während der laufenden Produktion sichtbar. Die Messung zeigt zunächst, dass sich das Trocknungsergebnis verändert hat. Die Ursache muss anschließend anhand weiterer Prozessparameter untersucht werden.

Auch eine dauerhaft niedrigere Feuchte als erforderlich ist relevant. Sie kann darauf hinweisen, dass stärker getrocknet wird als für den nachfolgenden Prozess notwendig – und damit unnötig Energie eingesetzt wird.

Welche Messtechnik geeignet ist, hängt von der konkreten Einbausituation ab. MOISTURECONTROL MW kann beispielsweise in Fallschächten, Schneckenförderern oder Bunkern eingesetzt werden. MOISTURECONTROL IR eignet sich unter anderem für Material auf Förderbändern sowie für Messungen am Trocknerein- oder -auslauf.

Neben der Messposition ist damit auch entscheidend, wie das Material am Messpunkt vorliegt und transportiert wird.

Grauer Industrietrocker inline
Inline-Feuchtemessung mit MOISTURECONTROL nach dem Trockner macht sichtbar, in welchem Zustand das Material den Trocknungsprozess verlässt und wie stabil die Feuchte im laufenden Prozess bleibt.
GreCon MOISTURECONTROL inline Messung
GreCon MOISTURECONTROL MW ist die durchdringende Inline-Feuchtemessung mit Mikrowellentechnologie und kann ebenfalls im Bereich der Mattenformung eingesetzt werden.

Vor der Presse: Mit welchem Zustand beginnt der Pressprozess?

Vor der Presse steht eine andere Frage im Mittelpunkt. Hier beschreibt die Feuchtemessung einen Materialzustand, der direkt in den Pressprozess eingeht.

Die Mattenfeuchte beeinflusst beim Heißpressen unter anderem Wärmeübertragung und Dampfbildung sowie die Bedingungen für die Aushärtung des Bindemittels. Sie ist damit eine relevante Eingangsgröße für die Herstellung von MDF und Spanplatten. Ein allgemeingültiger Sollwert lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Der geeignete Feuchtebereich hängt unter anderem von Werkstoff, Mattenaufbau, Bindemittel und Pressbedingungen ab.

Zu hohe Feuchte kann unter bestimmten Bedingungen zu erhöhtem Dampfdruck beitragen und damit das Risiko von Fehlern wie Blasen oder Delaminationen erhöhen. Eine sehr geringe Feuchte kann dagegen darauf hinweisen, dass das Material stärker getrocknet wurde als für den Prozess erforderlich.

Auch an dieser Stelle spielt das Messprinzip eine Rolle. MOISTURECONTROL IR erfasst die Feuchte an der Oberfläche der Formmatte berührungslos von oben. MOISTURECONTROL MW arbeitet dagegen durchdringend und kann ebenfalls im Bereich der Mattenformung eingesetzt werden. Entscheidend ist daher nicht nur der Feuchtewert, sondern auch, welche Feuchteinformation vor dem Pressen benötigt wird.

An der fertigen Platte: Wie entwickelt sich die Produktfeuchte?

Nach dem Pressen geht es nicht mehr um eine Eingangsgröße, sondern um den erreichten Zustand des Produkts. Eine kontinuierliche Feuchtemessung kann zeigen, ob sich die Produktfeuchte während der laufenden Produktion verändert und ob der vorgesehene Bereich an dieser Stelle des Prozesses erreicht wird.

Der Wert ersetzt keine vollständige Qualitätsbewertung der Platte. Er schafft jedoch Transparenz darüber, wie sich die Feuchte des produzierten Materials entwickelt. Veränderungen können dadurch früh erkannt und anschließend im Prozess weiter untersucht werden.

Für plattenförmige Materialien kann MOISTURECONTROL MW berührungslos mit einem Spaltsensor eingesetzt werden. Mögliche Messpositionen sind beispielsweise der Kühlerauslauf oder die Schleifstraße.

Zollstock mit Wassertropfen stilistisch aufgemacht.

Inline-Messung und Stichprobe erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Stichproben und Labormessungen bleiben wichtige Bestandteile der Feuchtebestimmung. Sie beschreiben eine definierte Probe zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Eine Inline-Messung ergänzt diese punktuelle Information um den kontinuierlichen Verlauf. Sie macht sichtbar, wie sich die Feuchte während der Produktion verändert – beispielsweise durch kurzfristige Schwankungen oder einen langsam driftenden Prozess.

Inline-Messungen machen Veränderungen frühzeitig sichtbar und ordnen sie einem definierten Prozessabschnitt zu. Die Feuchtemessung zeigt dabei zunächst, was sich verändert. Warum es sich verändert, muss durch die Betrachtung des Gesamtprozesses geklärt werden.

Messstelle und Messverfahren für die Inline-Feuchtemessung auswählen

Bei der Auswahl einer Inline-Feuchtemessung sollten zunächst drei Fragen beantwortet werden:

  1. Welche Prozessfrage soll die Messung beantworten?
  2. An welcher Stelle liegt der dafür relevante Materialzustand vor?
  3. Soll die Feuchte an der Oberfläche oder durchdringend erfasst werden?

Danach folgen Faktoren wie Einbausituation, Materialtransport, Temperatur, Messbereich und die Auswahl des geeigneten Messsystems. GreCon MOISTURECONTROL nutzt dafür Infrarot- und Mikrowellentechnologie für unterschiedliche Messaufgaben in der Holzwerkstoffproduktion.

Die richtige Feuchtemessung für Ihren Prozess

Sie wollen mehr Transparenz über die Feuchte in Ihrem Prozess? Unsere Messtechnik-Experten zeigen Ihnen, wo die Messung den größten Mehrwert liefert und welche MOISTURECONTROL-Lösung zu Ihrer Anlage passt.

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