Lorem Ispum

Test methods and standards for REACH-compliant formaldehyde testing

How reference methods, rapid methods and correlation interact – and what this means for manufacturers.

Die neuen REACH‑Grenzwerte für Formaldehyd erfordern belastbare Prüfverfahren. Hersteller müssen rechtlich anerkannte Nachweise erbringen und dennoch ihre Produktion effizient überwachen. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Normen und zeigt, wie sich Referenzmethoden und Schnellverfahren sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Zu Beginn lohnt ein Blick auf die Frage:

Welche Prüfverfahren sieht REACH vor?

Die REACH‑Verordnung verweist für die Emissionsprüfung formaldehydhaltiger Produkte auf definierte Kammerverfahren. Diese Prüfkammern simulieren unter exakt kontrollierten klimatischen Bedingungen typische Innenraumverhältnisse. Die gesetzlichen Grenzwerte beziehen sich direkt auf diese Prüfbedingungen – daher werden die entsprechenden Verfahren als Referenzkammermethoden bezeichnet. 

Die einzuhaltenden Prüfbedingungen sind in Appendix 14 der REACH-Verordnung beschrieben. Dort ist festgelegt:

  • Eine Temperatur von 23 ± 0,5 °C in der Prüfkammerluft
  • Eine relative Luftfeuchtigkeit von 45 ± 3 %
  • Eine Beladung von 1 ± 0,02 % m²/m³ (*)
  • Eine Luftaustauschrate von 1 ± 0,05 h-1
  • Eine ausreichend lange Prüfzeit, maximal jedoch 28 Tage.

* Gilt für Holzwerkstoffe. Andere Materialien können mit anderen Beladungen geprüft werden, wenn eine Beladung von 1 m²/m³ unrealistisch ist. Siehe hierzu EN 16516

Auch normativ sind diese Referenzkammerprüfverfahren beschrieben. Besonders relevant für europäische Anwender sind dabei die Normen EN 717-1 und EN 16516.

Welche Referenzverfahren sind für REACH-Prüfungen geeignet?

In der Holzwerkstoffindustrie und in Prüfinstituten werden Referenzkammern seit vielen Jahren zur Bestimmung von Formaldehydemissionen eingesetzt. Besonders die in EN 717‑1 und EN 16516 beschriebenen Verfahren haben sich etabliert. Beide können grundsätzlich auch für REACH‑Prüfungen genutzt werden, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Anwendbarkeit.

EN 717-1: Die in EN 717‑1 definierten Prüfbedingungen entsprechen den Vorgaben aus Appendix 14 der REACH‑Verordnung. Damit kann diese Methode direkt und ohne Einschränkung für REACH‑konforme Emissionsprüfungen eingesetzt werden.

EN 16516: Die Norm EN 16516 weicht in einigen Parametern – beispielsweise der Luftwechselrate - von den in Appendix 14 genannten Vorgaben ab. Die hierdurch erhaltenen Ergebnisse sind deshalb in der Regel höher und können nur genutzt werden, wenn sie trotzdem unterhalb des REACH-Grenzwertes liegen, oder aber zu Ergebnissen aus EN 717-1 korreliert werden.

Neben diesen beiden Verfahren existieren weitere Kammernormen wie ISO 12460‑1, die weitgehend äquivalent zu EN 717‑1 ist, oder ISO 12219‑1/‑10, die primär für Emissionsmessungen in Fahrzeuginnenräumen entwickelt wurden. Für die überwiegende Zahl der Anwender wird jedoch die EN 717‑1 die praktikabelste und am besten geeignete Referenzkammernorm bleiben, um die Formaldehydemission ihrer Produkte im REACH-Kontext zuverlässig zu überwachen.

Warum Referenzmethoden allein nicht ausreichen

Auch wenn Referenzmethoden weiterhin den Goldstandard der Formaldehyd‑Emissionsprüfung darstellen, sind sie für die Produktionsüberwachung kaum geeignet. Die Messungen dauern typischerweise zwischen einer bis hin zu vier Wochen, erfordern große Prüfräume und streng kontrollierte Klimabedingungen und sind damit zeit‑ und kostenintensiv. Eine laufende Produktion lässt sich mit diesen langen Prüfintervallen nicht ausreichend engmaschig überwachen, weshalb Referenzprüfungen in der Praxis fast ausschließlich in spezialisierten Prüflaboren durchgeführt werden.

Für Hersteller bedeutet das: Referenzmethoden sind unverzichtbar für die rechtliche Absicherung – sie können jedoch nicht die kontinuierliche Überwachung im Produktionsprozess ersetzen.

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Schnellmethoden zur Emissionsprüfungen im Industriealltag

In der Praxis hat sich deshalb ein zweistufiges Vorgehen etabliert: Prüfkammern, etwa nach EN 717‑1, liefern die rechtlich maßgeblichen Referenzwerte und dienen als Grundlage für die Konformitätsbewertung. Für die laufende Überwachung im Produktionsprozess werden jedoch schnellere Verfahren benötigt. Diese sogenannten abgeleiteten Prüfverfahren ermöglichen häufigere Stichproben und eine zeitnahe Bewertung der Produktionsqualität. Die Auswahl an Methoden ist groß, in Europa haben sich jedoch vor allem drei Verfahren etabliert.

Bei diesem klassischen Verfahren werden Werkstoffstücke in siedendem Toluol ausgekocht, um den im Material gebundenen Formaldehyd zu extrahieren. Die Methode war über viele Jahre die am weitesten verbreitete Form der werkseigenen Produktionskontrolle, vor allem weil sie vergleichsweise günstig und einfach anzuwenden ist. Ihr wesentliches Problem liegt jedoch in der Messgröße: Die ISO 12460‑5 bestimmt den Formaldehydgehalt, nicht die Emission. Für Produkte mit niedrigen Emissionswerten stößt das Verfahren dadurch schnell an seine Grenzen, weil der gemessene Gehalt die tatsächliche Emission nur unzureichend widerspiegelt. In der Praxis wurde die Perforatormethode daher zunehmend durch präzisere Alternativen ersetzt, ist jedoch vereinzelt noch in Laboren anzutreffen.

Im Gegensatz zur Perforatormethode misst die ISO 12460‑3 tatsächlich die Formaldehydemission des Produkts. Dafür werden zwei Prüfkörper in auf 60 °C temperierte Doppelkammern eingebracht. Das freigesetzte Formaldehyd wird über vier Stunden aufgefangen und anschließend analytisch bestimmt. Neben der klassischen nasschemischen Auswertung kann die Analyse heute auch automatisiert erfolgen – etwa mittels moderner Infrarot‑Laserspektroskopie. Die Gasanalysemethode ist bis heute das in Europa am weitesten verbreitete Schnellverfahren und eignet sich aufgrund ihrer direkten Emissionsmessung und guten Reproduzierbarkeit gut für die werkseigene Produktionskontrolle im REACH‑Kontext.

Die Norm ISO 12460‑2 spielte in Europa lange Zeit praktisch kaum eine Rolle, wurde jedoch 2025 umfassend überarbeitet und hat seither deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Norm beschreibt Emissionsprüfungen in Kleinkammern mit einem Volumen zwischen 0,004 und 1 m³, die bei 25 °C betrieben werden. Zur Analyse des freigesetzten Formaldehyds erlaubt die Norm die Nutzung einer Reihe etablierter Verfahren – von klassischen nasschemischen Methoden bis hin zu modernen Technologien wie der Infrarot‑Laserspektroskopie. Die überarbeitete Fassung ISO 12460‑2:2025 bildet damit die normative Grundlage für schnelle Emissionsprüfungen, die sich vollständig automatisieren lassen und Messzeiten von nur 15 Minuten ermöglichen, ohne dass eine nachgelagerte manuelle Analytik erforderlich ist. Durch diese Kombination aus moderner Analysetechnik und großer Flexibilität bei der Wahl der Prüfkammer eignet sich das Verfahren besonders für Anwender, die ihre Produktion mit minimalem manuellen Aufwand und hoher Prüffrequenz überwachen möchten. Aufgrund der Prüfbedingungen, die den klassischen Referenzkammern sehr nahekommen, und der hohen Messgeschwindigkeit ist die ISO 12460‑2:2025 ein ideales Werkzeug für Emissionsprüfungen im Umfeld von REACH. 

Warum Korrelation entscheidend ist

Der zuverlässige Einsatz von Schnellmethoden hängt unmittelbar von einer belastbaren Korrelation zu den Referenzverfahren ab. Nur wenn die Ergebnisse der Schnellmethoden systematisch mit den Messwerten aus Referenzkammern abgeglichen sind, können sie sicher zur Bewertung der REACH‑Konformität herangezogen werden. Dazu werden üblicherweise Messreihen bei etablierten Prüfinstituten durchgeführt. Aus diesen Vergleichsmessungen lassen sich Umrechnungsfaktoren ableiten, mit denen sich das Ergebnis der Schnellmethode in den zu erwartenden Referenzkammerwert überführen lässt. Im Rahmen dieser Untersuchungen wird außerdem der QCL‑Wert (Quality Control Limit) bestimmt. Er gibt an, bis zu welchem Messwert der Schnellmethode das Ergebnis der Referenzkammer voraussichtlich noch unterhalb des zulässigen Grenzwertes liegt.

Für Hersteller bedeutet das: Erst das Zusammenspiel aus Referenzmessungen, sauber korrelierten Schnellverfahren und kontinuierlicher Prozessüberwachung schafft die nötige Sicherheit im Produktionsalltag.

Prüfverfahren praxisnah umsetzen

Die Auswahl geeigneter Prüfverfahren ist eine technische wie organisatorische Aufgabe. Hersteller müssen sicherstellen, dass Referenzprüfungen und Produktionskontrolle sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und belastbare Messdaten liefern.

Fagus-GreCon unterstützt Unternehmen dabei mit Messtechniklösungen für die Formaldehydprüfung – vom Labor bis zur Inline-Überwachung im laufenden Prozess. So lassen sich REACH-Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern dauerhaft in die Qualitätssicherung integrieren.

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